Digitalisierung

Die größte Herausforderung im Bereich Digitalisierung liegt in der Verknüpfung der traditionellen Handwerksmethoden mit modernen Fertigungsverfahren. Auch heute möchte der Kunde noch Qualität aus der Hand des Meisters. Kleinen Handwerksbetrieben fällt die Integration von digitalen Prozessen aufgrund fehlender Kapazität allerdings schwer. Ebenso sind es oftmals geringe Losgrößen, die eine Umstellung auf digitale Verfahren umständlich machen. Moderne Herstellungsmethoden und Kommunikationsstrukturen sind letztendlich auch für den Meisterbetrieb unerlässlich, damit die Wirtschaftlichkeit und Konkurrenzfähigkeit im internationalen Umfeld erhalten werden kann. Aber auch die Politik setzt wesentliche Voraussetzungen für die Region mit beispielsweise dem Ausbau des Breitbandnetzes oder dem Mobilfunkstandard. Mögliche Konzepte für die Region müssen den Spagat zwischen der notwendigen Digitalisierung und dem Erhalt der traditionellen Handwerkskunst schaffen.

Material

Der Musikinstrumentenbau als herstellendes Handwerk ist zwingend auf ausreichende und qualitativ hochwertige Ressourcen angewiesen. Jedoch bestehen bereits heute Einschränkungen für konventionelle Materialien bei der Herstellung von Musikinstrumenten. Durch internationale Artenschutzabkommen (CITES) findet eine Verknappung der Holzsortimente statt. Insbesondere bei qualitativ guten Holzsortimenten, die zum Bau von hochwertigen Instrumenten notwendig sind, findet daher eine Verteuerung statt. Ebenso werden durch die Europäische Union Verordnungen (REACH) erlassen, die den Einsatz von verschiedenen Chemikalien und Metallen für den Kontakt mit dem Menschen einschränken. Damit können im Musikinstrumentenbau konventionelle Herstellungsverfahren und Materialien nicht mehr oder nur eingeschränkt genutzt werden. Die zentrale Herausforderung für den Bereich Material ist letztendlich die Erhaltung des hohen Qualitätsstandards in der Region. Nachhaltige Konzepte kommen daher nicht ohne Alternativwerkstoffe und neuartige Herstellungsverfahren aus.

Bildung & Lifestyle

Aufgrund eines veralteten Berufsbildes, vermeintlich attraktiveren Metropolregionen und der allgemeinen demografischen Entwicklung der Region fehlen bereits heute Fachkräfte für den Musikinstrumentenbau. Weitere Faktoren wie das schlechte Lohngefüge in Verbindung mit einer relativen niedrigen Kaufkraft im Bundesvergleich senken die Attraktivität der Region insbesondere für junge Menschen. Ansässige Unternehmen finden nur bedingt ausreichend qualifiziertes Personal und werden oft nach der Ausbildung junger Menschen mit deren Abwanderung konfrontiert. Den familiengeführten Handwerksbetrieb zu übernehmen, erscheint der nächsten Generation oft nicht mehr interessant und lukrativ genug. Die wesentliche Herausforderung in dem Bereich Bildung und Lifestyle liegt in der Sicherung der Fachkräftebasis für die Region mit Hilfe von eigenen Konzepten zur Ausbildung, einer Aufwertung des Berufsbildes und der Steigerung der regionalen Attraktivität.

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